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Personen A-Z  >  Aebte des Klosters St. Gallen  >  Abt Heinrich von Gundelfingen (1411-1418)

Abt Heinrich von Gundelfingen (1411-1418)

Abt Heinrich von Gundelfingen

Heinrich von Gundelfingen, 1411-1418. Heinrich entstammte dem gleichen Geschlecht wie Abt Konrad von Gundelfingen (1288-1290); als Mönch von St. Gallen erscheint er erstmals bei der Wahl seines Vorgängers. Urkundlich ist er weiterhin 1383, 1395 und 1410 als Klosterherr faßbar. Seit 1392 bekleidete er das Amt des Werkdekans und seit 1401 das des Pförtners. Er besaß weder Bildung noch Priesterweihe. Nach dem Tode Abt Kunos von Stoffeln waren er und Georg von Enne die einzigen Konventualen. Erst auf Drängen der Stadt, die aus handels- und wirtschaftspolitischen Erwägungen am Fortbestand des Klosters interessiert war, übernahm Heinrich die Abtei, während Georg die restlichen Klosterämter erhielt. Ende 1411 nahm er in St.Gallen die Huldigung entgegen. Als die Stadt St.Gallen bei Papst Johannes XXIII. am 6.1.1412 um die Bestätigung des neuen Abtes nachsuchte, schilderte sie den miserablen Zustand des Klosters, worauf der Papst am 28.3.1412 den Bischof von Augsburg, der Offizial von Basel und den Cantor von St. Felix und Regula beauftragte, dar Kloster in seinen Rechten und Gütern zu schützen, und es am 5.12.1414 selbst in seinen Schutz nahm und ihm seine Rechte bestätigte. Kaiser Sigmund stellte ihm am 24.10.1413 Privilegienbestätigung und Regalienverleihung aus. 1413 bestätigte der Abt seinerseits den Städten St.Gallen, Wil und Wangen ihre Rechte. Der Streit zwischen dem Kloster und der Appenzellern kam 1412 vor die eidgenössische Tagsatzung, doch die Verhandlungen blieben ergebnislos. Nach mehreren Visitationen im Jahre 1417, die übereinstimmend die Reformbedürftigkeit der Abtei feststellten wurde Abt Heinrich abgesetzt und am 9.5.1418 Abt Konrad von Pegau von Papst zum Abt von St. Gallen ernannt. Am 23.6.1418 erscheint Heinricl urkundlich zum letzten Mal als Abt. Durch eine Übereinkunft mit Abi Heinrich von Mansdorf erhielt Heinrich von Gundelfingen am 21.8.1419 eir Leibgeding von 200 Gulden. Nach dessen Tod wurde er als einziger Konventuale wiederum Pfleger und Statthalter des Klosters. Heinrich vor Gundelfingen starb im März 1429.

(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)

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Letztes Update: 31.01.2019